Meine Kunstwerke 

 

Nachfolgend sind einige meiner künstlerischen Arbeiten zu sehen. Zahlreiche meiner Arbeiten sind geprägt von meiner intensiven Auseinandersetzung mit den großen kulturellen Leistungen des Christentums, des Judentums, des Islam und des Buddhismus sowie der klassischen und modernen Philosophie des Abendlandes und des Morgenlandes.

Beginnend mit dem als PDF-Datei hinterlegten Katalog anläßlich des Ausstellungsprojekts: 'Engführung - Bilder gegen das Vergessen.' Eine Hommage an Paul Celan unter der Schirmherrschaft von Ignatz Bubis, Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland, gebe ich einen Einblick in mein künstlerisches Schaffen.

Das Ausstellungsprojekt wurde erstmalig 1995 in Waren (Müritz) durch das Landratsamt anläßlich der Gedenkfeier zum 50. Jahrestages der Befreiung Deutschlands von der Diktatur der Nationalsozialisten im Kulturhaus Richard-Wossidlo gezeigt.

Prof. Dr. Herbert Kessler, Präsident der Humboldt-Gesellschaft für Wissenschaft, Bildung und Kunst, schrieb hierzu:

Ergreifend ist das Heft zu der Bilderserie "Alexander Schadow: Engführung. Bilder gegen das Vergessen. Eine Hommage an Paul Celan" mit Texten von Ignatz Bubis, Jürgen Schadow, Professor Klaus Matthies. Paul Celan stammte aus Czernowitz, aus dem Leben geschieden ist er in Paris am 20. April 1970. Seine ergreifenden Gedichte hat er in deutscher Sprache geschrieben. Die Bilder Schadows führen uns "durch eine lange, aber sehr enge Gasse; sie sind in Schwarz und Weiß gehalten. Sie atmen nicht die Ruhe von Schadows Gemälden, erinnert in der Wahl der Formen gleichwohl daran. Am besten charakterisiert das Konzept der "Engführung" einer der Sprüche, die den Bildern gegenübergestellt sind: "Ein Rad, langsam, rollt aus sich selber, die Speichen klettern, klettern auf schwärzlichem Feld, die Nacht braucht keine Sterne."

 

Todesfuge, Acryl auf Lw., 6,00 m x 2,00 m, 1994

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ungegenständliche Arbeiten

Univ.-Prof. Klaus Matthies, Lehrstuhl für Kunstpädagogik, visuelle Kommunikation und Ästhetik, Universität Bremen, erläuterte:

"Über das hinaus, was die Kunstrichtungen „Konstruktivismus“ und „minimal art“ dazu entwickelten, zeigt der Künstler Alexander Schadow neue, zeitgemäße Formulierungen des Bestrebens, Rationalität und Poetik zu verbinden. Dabei entfaltet er spezifische Möglichkeiten, die generelle Aufgabe in serielle Formen der Wandlung vorzustellen. Es ist die Intention, dies alte und seit Descartes verabsolutierte Widerspruchsverhältnis von Kognition und Emotion neu zu erproben und produktiv zu wenden. Damit begegnet er einem  tief empfundenen Mangel gegenwärtiger Entwicklungen in unserer sich scharf differenzierenden Medien – und Informationsgesellschaft."

 

Gegenständliche Arbeiten 

Dr. phil., Dipl. Psych. Georg Franzen, Kunstwissenschaftler, merkte an:

"Alexander Schadow versteht es, wie kaum ein anderer, den philosophischen Aspekt menschlichen Daseins in seiner ganzen Tragweite künstlerisch zu erfassen. Das Bewußte und Unbewußte gelangen zu einer Synthese und seine Bilder beleben unsere Sinne für das Ästhetische. In Alexander Schadows Werk gelangt ein Begriff bildnerischer Philosophie und Formensprache zum Ausdruck."


 

Graphiken zu Peer Gynt - eine Suite in zwölf Blättern (Auswahl)

Mappenwerk mit 12 Lithografien in einer Gesamtauflage von 100 Exemplaren

Georg Franzen: Alexander Schadow's 12 Entwürfe zu Peer Gynt: eine kunstpsychologische Studie

Roderer. Regensburg, 1990. 91 S. mit zahlreichen Abb. auf Tafeln, 22 cm, kartoniert - Band 118 der Reihe: "Theorie und Forschung" und Band 47 der Reihe: "Psychologie"  


 

 

 

 

Grafikreihe: 'Ein Lieder-Buch' nach Heinrich Heine von Alexander Schadow

Mappenwerk mit 5 Lithografien in einer Gesamtauflage von 100 Exemplaren

"Schadow wählte das Modell aus seinem engeren Bekanntenkreis. Dabei hielt er es für notwendig, mit ihren Persönlichkeitsstrukturen vertraut zu sein. Durch diese Frau inspiriert, versucht er die Geschichte Heine's zu beleben. Eine Frau, die genau über jene erotische und sinnliche Ausstrahlung verfügt, die uns die Medien vermitteln. Dennoch steht dahinter eine eigene individuelle Persönlichkeit, nicht nur eine äußerliche Hülle. Dies spiegelt sich in dem Versuch wieder, eben nicht Objekt darzustellen, sondern Seelenstruktur."

(Georg Franzen, Heinrich Heine, der Künstler und das Modell)

 

 

Grafiken

Alexander Schadow, 'Zeig mir das Paradies', Radierung, 1983

Alexander Schadow, 'Zeig mir das Paradies', Radierung, 1983

Beeinflußt durch den narrativen Charakter der 'Wiener Schule des Phantastischen Realismus' und des 'Surrealismus' entstanden meine ersten grafischen Blätter Anfang der 1980er Jahre.  

Gero Kutzleb, Schauspieler, Dramaturg und Pädagoge schrieb anläßlich der Ausstellung: "Alexander Schadow. Ausschnitte aus dem grafischen Werk 1980 - 1990" eine Einleitung für den Ausstellungskatalog.

In seiner Einleitung charakterisiert er die gezeigten Bilder und den Künstler mit folgenden Worten:

"Der Name ist nicht von ungefähr. Der Künstler entstammt mütterlicherseits der Schadowfamilie, deren berühmte Ahnherren sind Johann Gottfried Schadow, der die Quadriga des Brandenburger Tors schuf, und dessen Sohn Wilhelm von Schadow, der als 'Nazarener' bekannt wurde und später Direktor der Düsseldorfer Akademie war. Das zu erwähnen ist nötig, denn unser Künstler steht bewußt in der Tradition dieser Vorfahren und das in zweierlei Hinsicht. Zuerst einmal in formaler, in dem er klassische Form oder sagen wir, klassischen Formensinn tradiert und weiterführt. Ebenso geht es ihm in inhaltlich Hinsicht, um das große Thema Mensch und Gott, Religion und Schöpfung. 

Wer Schadow's Bilder betrachtet, wird rasch merken, daß er es mit einem Künstler eigener und besonderer Art zu tun bekommt, der sich kaum in bekannte, bestehende Kategorien einordnen läßt. Auch hier soll der Versuch einer Zuordnung nicht gemacht werden, statt dessen lieber der Versuch Hinweise, Winke, Andeutungen zu wagen."

 

 

Tafelbilder zu Sir Muhammad Iqbals 'Javid-nama'

 

 

"Wenn du die Anatomie des menschlichen Geistes studieren möchtest, magst du zu Wundt, Ward, James oder Stout gehen. Aber eine wirkliche Einsicht in die menschliche Natur kannst du allein von Goethe erhalten."

(Sir Muhammad Iqbal, Stray Reflections, S. 108)

Ich habe mich für das Werk des indischen Dichters und Denkers Sir Muhammed Iqbal entschieden, denn Iqbals Botschaft und seine Interpretation des Islam sind heute aktueller den je.

Die Tafelbilder zum 'Javid-nama' entstanden in Anlehnung an den Tafelzeichnungen Rudolf Steiners, seiner Philosophie und meiner Auseinandersetzung mit der mystischen Tradition des Sufismus sowie der geistigen Schau des indo-pakistanischen Poeten Sir Muhammed Iqbal. 

 

Dem Sohn des Dichters und Philosophen widmete sein Vater das 'Javid-nama'. Der Chief Justice des Supreme Court Dr. Javid Iqbal äußerte sich anläßlich der Ausstellung 'Weltbilder - ein west-östlicher Divan' über meine Arbeiten zu dem von mir interpretierten 'Javid-nama':

"Der deutsche Künstler hat in Rumi's Dichtung Inspiration gefunden, wie auch einige der Charaktere des Mathnavi in zahlreichen Lebensformen sich in seinen Kunstwerken wiederfinden. Erwähnt man Rumi und Goethe, so bliebe das  Bild  unvollständig  ohne  das Portrait Iqbals, der der moderne Nachfolger dieser beiden großen  Poeten  ist  und  in dem  sich die beiden Gedankenströme vereinen."

Hermann Hesse schrieb vor etwa 60 Jahren über Sir Muhammed Iqbal: „Drei Reichen des Geistes gehört Sir Mohammad Iqbal an, drei Reiche des Geistes sind Quellen seines gewaltigen Werkes: die Welt Indiens, die Welt des Islam und die des abendländischen Denkens. Ein  Moslem indischer Abstammung, geschult am Koran, am Vedanta und an der  persisch-arabischen Mystik, aber auch stark berührt von der Problematik  westlicher Philosophie und mit Bergson und Nietzsche vertraut, führt uns in ansteigenden Spiralen durch die Provinzen seines Kosmos. Nicht   Mystiker mehr, ist er doch von Rumi geweiht. Nicht Hegelianer noch Bergsonianer mehr, ist er dennoch spekulativer Philosoph geblieben. Seine Kraftquelle aber liegt anderswo, im Religiösen, im Glauben. Iqbal ist ein Frommer, einer, der sich Gott geweiht hat, doch ist sein Glaube nicht ein kindlicher; er ist ganz männlich, glühend, kämpferisch. Und sein Kampf ist nicht nur ein Ringen um Gott, sondern auch ein Ringen um die Welt. Denn Iqbals Glaube erhebt durchaus den Anspruch auf Katholizität. Sein Traum ist eine in Allahs Namen und Dienst geeinigte Menschheit. Den geistigen Morgenlandfahrern wird nicht die umfassende Bildung und nuancenreiche  Spekulationslust Iqbals das Wichtige und Grosse an diesem mächtigen Geiste sein, sonder seine dichterische Liebes- und Gestaltungskraft. Sie werden ihn um seiner Herzensglut und um seiner Bilderwelt willen verehren und sein Werk als den öst-westlichen Diwan lieben."

 

Thoughts and Reflections about Iqbals "Javid-nama - The Song of Eternity"

Twelve passages from Sir Muhammad Iqbals Javid-nama used in Alexander Schadows works.

 

1. Prayer

Though from my soil  nothing grows but words,
the  language of banishment never comes  to  an end.

Thou art eternal splendour;  we are like sparks  - 
a breath or two  we  possess,  and  that too  borrowed.

2. Prologoue

Love means, to make assault upon the Infinite,
without  seeing  the  grave  to  flee  the world.

3. Zurwan

My  thread snappes from that ancient world,
a whole new world came  into my hands.

4. Moon-Sphere

I  said,  'Speak  again also prophecy,
speak again its secret to your confidant.'

5. Mercury-Sphere

It is a world lost now in our breast,
a world awaiting yet the command 'Arise!'

6. Venus-Sphere

How long will you live without  the  joy  of  journeying,
how long with  your   destiny in alien hands?
How long will you desert your true station?

7. Mars-Sphere

Their thougt innocent of the burning fever of  gain,
they were intimate with the secrets of the sun's alchemy;
who so of them desires silver or gold gathers it from light,
even as we  gather salt  from  the briny sea.

8. Jupiter-Sphere

The meaning of  beholding that Last of Time
is to make his rule binding on  oneself.

9. Saturn-Sphere

And I can only repeath ‚Ah would  that  my  people  knew!‘
When shall India's night give place to  day?

10. Beyond the Spheres

On the frontiers of this world of quality and  quantitiy
dwelt a man with a voice full of agony, his vision keener than an eagle's, ...

11. Departure for the Garden of Paradise

Live like a falcon, and like a falcon  die;
Death bestows upon him a new life.

12.The Divine Presence

God, revealed in all His mysteries,
with my eyes makes vision of Himself.

Suddenly I beheld my world,
that earth and heaven of mine.

Translated by  A. J. Arberry